Mobbing und Ausgrenzung

Du bist richtig, genau so wie du bist

„Warum bin ich nicht so wie die anderen?“ Diese Frage stellen sich die meisten Kinder irgendwann. Jeder zweite Jugendliche gibt an, schon einmal Mobbing oder Ausgrenzung erlebt zu haben.

Zugehörigkeit gehört zu den stärksten Bedürfnissen, die wir Menschen haben. Schon kleine Kinder möchten Teil einer Gruppe sein. Sie möchten dazugehören, angenommen werden und Freundschaften schließen. Wenn das nicht gelingt, zweifeln sie häufig nicht an der Gruppe. Sie zweifeln an sich selbst.

Das Problem ist selten das Anderssein

In meiner Arbeit mit erlebe ich immer wieder: Die Eigenschaften, unter denen Menschen früher gelitten haben, werden später oft zu ihren größten Stärken.

Das sensible Kind entwickelt ein außergewöhnliches Einfühlungsvermögen. Das verträumte Kind besitzt später eine große Kreativität. Das Kind, das ständig Fragen stellt, wird Forscherin, Unternehmer oder Erfinder. Und das Kind, das heute als „anders“ wahrgenommen wird, bringt morgen genau die Fähigkeiten mit, die unsere Gesellschaft braucht.

Mir wurde zum Beispiel in der Schule immer wieder gesagt, meine Stimme sei zu laut. Heute bin ich Stimmtrainerin und verdiene damit mein Geld.

Das Problem ist deshalb häufig nicht das Anderssein. Das Problem entsteht dort, wo Anderssein abgewertet wird.

Wenn Kinder beginnen, sich zu verbiegen

Viele Kinder entwickeln früh Strategien, um dazuzugehören. Sie passen sich an. Sie verbergen ihre Gefühle. Sie sprechen nicht mehr über ihre Interessen. Sie versuchen zu sein wie die anderen.

Kurzfristig kann das funktionieren. Langfristig verlieren Kinder dabei oft den Kontakt zu ihrer eigenen Persönlichkeit. Dabei wäre die wichtigere Botschaft:

Du musst nicht werden wie die anderen, um wertvoll zu sein. Du darfst lernen, mit anderen zusammenzuleben, ohne dich selbst aufzugeben.

Was Kinder bei Mobbing und Ausgrenzung wirklich brauchen

Kinder brauchen Förderung. Aber noch mehr brauchen sie Annahme. Sie brauchen Erwachsene, die ihre Besonderheiten sehen und wertschätzen. Erwachsene, die nicht nur fragen: „Wie können wir das verändern?“ Sondern auch:n„Welche Stärke steckt dahinter?“

Diese Frage verändert den Blick. Aus einer vermeintlichen Schwäche wird plötzlich eine Ressource. Aus einem Problem wird eine Möglichkeit.

Wir sollten bei Kindern nicht nur nach Fehlern suchen, sondern nach Potenzialen.

Das bedeutet nicht, Schwierigkeiten zu ignorieren. Natürlich dürfen Kinder lernen, Konflikte zu lösen, Regeln einzuhalten oder soziale Kompetenzen zu entwickeln. Aber sie sollten dabei nie das Gefühl bekommen, ihre Persönlichkeit sei falsch.

Unsere Aufgabe ist nicht, Kinder passend zu machen. Unsere Aufgabe ist es, ihnen zu helfen, ihre Stärken zu entdecken.

TALKERS KIDS - Das bin ich

Dieses Buch stärkt Kinder darin, sich selbst und andere in ihrer Unterschiedlichkeit wertzuschätzen – und kann so helfen, Ausgrenzung und Mobbing vorzubeugen.

Jedes Kind ist einzigartig 
Die TALKERS helfen Kindern, sich selbst besser zu verstehen, andere anzunehmen und die bunte Vielfalt der Kommunikation zu entdecken.
Ein Buch voller Geschichten, Spiele und Übungen für mehr Verständnis, Respekt und Miteinander. 

Mobbing und Ausgrenzung

Eine Geschichte über Anderssein, Zugehörigkeit und innere Stärke

Genau diese Gedanken finden sich auch in unserem Kinderbuch Der kleine Hai und der kleine Delfin wieder. Ein Sturm vertauscht zwei Welten: Ein kleiner Hai wächst bei Delfinen auf, ein kleiner Delfin bei Haien. Beide erleben, wie es sich anfühlt, anders zu sein. Beide erleben Vorurteile, Unsicherheit und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass die Geschichte von meiner Enkelin Emma im Alter von acht Jahren erfunden wurde. Sie stammt direkt aus der Erlebniswelt eines Kindes und greift Themen auf, die viele Kinder bewegen: Freundschaft, Ausgrenzung, Mobbing, Zugehörigkeit und die Frage, wie man seinen Platz in der Welt findet.

Der kleine Hai und der kleine Delfin Kinderbuch
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